Berufseingliederungszeit (früher Wartezeit)

Du hast dein Studium beendet oder abgebrochen und du hast dich beim Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft (ADG) als Arbeitssuchender eingeschrieben? Dann zählst du zu den Arbeitssuchenden die sich momentan in der Berufseingliederungszeit befinden.

Die Dauer der Berufseingliederungszeit beträgt in der Regel 310 Arbeitstage, d.h. insgesamt 12 Monate, und dies unabhängig von deinem Alter. Wenn du eine Lehre beendet bzw. bestanden hast, kann dies zu einer Verkürzung der Berufseingliederungszeit führen. Bei einer bestandenen Lehre entfällt die Wartefrist in der Regel komplett und du hast sofort Anrecht auf Berufseingliederungszulage. Wenn du die Lehre beendet, aber nicht bestanden hast, wird die Wartefrist auf 6 Monate verkürzt.

In dieser Zeit bewertet das Arbeitsamt der DG (ADG)  deine aktive Arbeitssuche. Erst nach 2 positiven Bewertungen (nach 7 und 11 Monaten) kannst du einen Antrag auf die Zahlung der Eingliederungszulagen stellen. Die Zulagen werden dir max. 3 Jahre lang gezahlt. Erhälst du Eingliederungszulagen, kontrolliert das LfA (Landesamt für Arbeitsbeschaffung) deine aktive Arbeitssuche.

NEU ab Januar 2015
Das Höchstalter zur Beantragung der Eingliederungszulagen wird auf 25 Jahre herunter gesetzt. Wer also in den Genuss der Zulagen kommen möchte, muss sich spätestens 1 Tag vor seinem 24. Geburtstag beim ADG einschreiben, damit man nach 12 Monaten, also einen Tag vor dem 25. Geburtstag, die Zulagen beantragen kann.

NEU ab September 2015
Im Alter zwischen 18 und 21 Jahren kannst du die Eingliederungszulagen nur beantragen, wenn du ein Diplom der Oberstufe des Sekundarunterrichtes (Abitur) oder einer abgeschlossenen Lehre hast. Hast du keins dieser Diplome, dann musst du warten bis du 21 Jahre bist, damit du den Antrag stellen kannst. Dies gilt auch für Jugendliche, die sich vor dem 01.09.2015 beim ADG eingeschrieben haben.

Neu ab Januar 2016

Wenn du deine Lehre beendet bzw. bestanden hast, dann verkürzt dies die BEZ. Bei einer bestandenen Lehre entfällt die Wartefrist komplett und du hast sofort Anrecht auf Eingliederungszulage. Wenn du die Lehre beendet, aber nicht bestanden hast, wird die Wartezeit auf 6 Monate verkürzt.

Wann kannst/musst du dich einschreiben?

  • Studium/Lehre im Juni beendet:
    Einschreibung vor dem 01. August. An diesem Datum startet für alle vorherigen Einschreibungen die BEZ. Wer sich später einschreibt, verliert die Tage bis zum Datum der Einschreibung. Wer vor dem 01. August eine Arbeit gefunden hat, braucht sich nicht einschreiben, denn die Arbeitstage zählen automatisch auch als BEZ.
  • Studium / Lehre abgebrochen:
    Einschreibung so schnell wie möglich, da die BEZ auch an diesem Tag beginnt.

Was kannst du während deiner Wartezeit machen und was nicht?

  • Arbeitssuche
    Die Berufseingliederungszeit ist kein Zeitraum in dem du nur untätig rumsitzt und darauf wartest, dass dir die Angebote zugeschickt werden. Ganz im Gegenteil, du sollst diese Zeit nutzen um Bewerbungen zu schicken und dich vorzustellen. Tipps und Infos für eine korrekte Bewerbung erhältst du in den Infozentren und hier
  • Arbeiten
    Auf jeden Fall! Jede Arbeit die du mit einem Arbeitsvertrag und mit der Aufrechterhaltung deiner Rechte ausübst, wird zur Berufseingliederungszeit gezählt und hat auch keine Konsequenzen für dich. Du kannst Vollzeit oder Teilzeit arbeiten, mit einem Vertrag auf bestimmte oder unbestimmte Zeit. Nur die Sonn- und Feiertage werden nicht berücksichtigt.Ein Studentenjob ab August wird zur Berufseingliederungszeit gezählt, ein Studentenjob im Juli hingegen nicht.
  • Ausbildung, Weiterbildung, Sprachkursus
    Eine Ausbildung mit einem Arbeitsvertrag des Arbeitsamtes hat keine Auswirkungen auf die Berufseingliederungszeit. Schulungen und Ausbildungen ohne Ausbildungsvertrag des Arbeitsamtes führen gewöhnlich zu einer Unterbrechung der Berufseingliederungszeit. Bei außerschulischen Ausbildungen, sowie Praktiken, Abendschulen und Arbeitsstellen im Ausland kannst du eine Freistellung beim LfA beantragen.

Musst du alle Arbeiten annehmen, die dir vom ADG vorgeschlagen werden?
Sobald du dich als Arbeitssuchender eingeschrieben hast, musst du auch allen Einladungen des ADG und den Kontrollen seitens des LfA  Folge leisten.
Dasselbe gilt für die Stellenangebote, die dir geschickt werden. Du musst dich nicht auf jede Stelle bewerben, wenn du einen guten Grund hast um diese abzulehnen (z.B. gesundheitliche Gründe) brauchst du keine Bewerbungsunterlagen einzureichen. Weigerst du dich aber auf ein geeignetes Stellenangebot zu reagieren, dann kann das ONEM (office national de l'emploi) dich durch Kürzung der Gelder o.ä. bestrafen.

Achtung:
Das ADG hat die Aufgabe dir bei der Suche nach einem Job zu helfen und dich zu unterstützen, aber auch dich zu kontrollieren.
Das ONEM überprüft das Anrecht auf Eingliederungszulagen oder auf Arbeitslosengeld und kümmert sich um die Auszahlung.

Und wenn du eine Arbeit findest?
Im besten Falle hast du während der Berufseingliederungszeit eine Vollzeitbeschäftigung gefunden. Ist das der Fall, dann solltest du das Arbeitsamt darüber informieren, denn dann brauchst du natürlich nicht mehr zwecks Arbeitssuche bei ihnen vorstellig werden. Du solltest aber wissen, dass du trotzdem als Arbeitssuchender eingeschrieben bleiben kannst um dir einen anderen Arbeitsplatz zu suchen der vorteilhafter für dich ist z.B. weil die Anfahrt nicht so lang ist, du mehr verdienst, die Arbeit an sich besser deinen Fähigkeiten entspricht,...

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aktualisiert 09/2016

 

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