Gesetzliche Lebensgemeinschaft


Du bist in einer Beziehung und möchtest ein gemeinsames Leben in einem gesetzlich geregelten Rahmen führen? Aber du bist noch nicht bereit zu heiraten?
Du lebst in einer Wohngemeinschaft und du und dein(e) Mitbewohner(in) wollt von einigen Vorteilen profitieren?
Dann wäre die gesetzliche Lebensgemeinschaft, auch gesetzliches Zusammenwohnen genannt, für dich etwas passendes!

Zwischen Heiraten und dem einfachen Zusammenleben
Die gesetzliche Lebensgemeinschaft ist eine Art des gemeinsamen Lebens, die zwischen verheiratet sein und dem einfachen Zusammenleben liegt.

Für Wen?
Zwei Personen die volljährig und unverheiratet sind bzw. noch keiner gesetzlichen Lebensgemeinschaft angehören, können das gesetzliche Zusammenwohnen in Erwägung ziehen unter der Bedingung, dass sie gemeinsam unter einem Dach wohnen. Das Geschlecht der beiden Personen sowie das Verwandtschaftsverhältnis spielen keine Rolle. Du kannst also auch z.B. mit  Schwester, Bruder, Mutter, Vater oder mit einem Kumpel eine gesetzliche Lebensgemeinschaft gründen.

Wie?
Der einzig notwendige Schritt ist gemeinsam bei der Gemeindeverwaltung des Ortes in dem ihr lebt, vorstellig zu werden und die Erklärung dort auszufüllen und zu unterschreiben. Bei einigen Gemeinden kann das dazu notwendige Formular auch von der Internetseite runtergeladen und Zuhause ausgefüllt werden. Allerdings kann es nur eingereicht werden, indem beide Personen persönlich das Formular bei der Gemeinde unterschreiben und einreichen.

Rechte und Pflichten der gesetzlich zusammenwohnenden Lebenspartner
  • Der Schutz der Wohnung der Familie
    Einer der beiden Lebenspartner kann nicht alleine beschließen die Wohnung oder das Haus, sowie die darin befindlichen Möbel, zu verkaufen, zu verschenken oder hypothekarisch zu belasten.
  • Die Beteiligung an den Unkosten des gemeinsamen Lebens
    Wie bei einem verheirateten Paar auch, so muss sich jeder Partner im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten und abhängig von der gemeinsamen Lebensführung, an den Unkosten des Haushaltes beteiligen.
  • Die Beteiligung an bestimmten Schulden
    Beide Lebenspartner sind für die Schulden verantwortlich, die für den Bedarf des gemeinsamen Lebens oder für die gemeinsame Erziehung der Kinder aufgenommen wurden. Das gilt auch für die Grundsteuer der gemeinsamen Wohnung und für die PKW-Steuer des gemeinsamen Fahrzeuges. Es gilt aber nicht für Schulden die, gemessen an den finanziellen Mitteln, unangemessen hoch sind.
  • Eingeschränktes Erbrecht
    bedeutet, dass im Todesfall des Partners der andere bestimmte Ansprüche wie das Nutzungsrecht der gemeinsam Wohnung und der darin befindlichen Möbel, hat. Im Testament kann aber auch festgelegt werden, dass der andere Partner die Wohnung erbt und nicht nur das Nutzungsrecht erhält.

Wer einfach nur zusammenlebt kann nach dem Tod des Partners nicht vom eingeschränkten Erbrecht profitieren.

Steuern
Gesetzlich zusammenwohnende Partner werden Ehepartnern gleichstellt und gemeinsam besteuert. Es muss also nicht mehr jede/r eine Steuererklärung ausfüllen, sondern ein Dokument wird für beide ausgefüllt! Die steuerlichen Lasten werden so unter beiden Partnern aufgeteilt.

Ende der gesetzlichen Lebensgemeinschaft
Das gesetzliche Zusammenwohnen endet automatisch durch Heirat oder Tod eines Partners. Möchte ein Partner oder sogar beide die gesetzliche Lebensgemeinschaft aufheben, so kann dies schriftlich bei der Gemeinde veranlasst werden.


Quellen:

 

Akt. 04/2017

 

Ist die Prüfungszeit für dich eine stressige Zeit?



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