Vorsicht vor K.o.-Tropfen

Was sind K.o.- Tropfen?
K.o.-Tropfen sind Drogen. Die missbrauchten Substanzen GHB+GBL sind als „Liquid  Ecstasy“ bekannt. Sie werden heimlich in Drinks gemischt und haben als Ziel, das Opfer bewusstlos, hilflos oder handlungsunfähig zu machen.  Das Tückische: Die Substanzen sind farb- und geruchlos. Straftäter benutzen diese Stoffe, damit ihre Opfer bei Sexualstraftaten oder Diebstahl bewusstlos und wehrlos sind.

Wie wirken Sie?
K.o.-Tropfen wirken unterschiedlich. Die Wirkung tritt nach ca. 10 - 20 Minuten ein und hängt sehr stark von der Dosis und der körperlichen Verfassung ab. Zu Beginn wirken K.o.-Tropfen ähnlich wie Alkohol. Die Opfer können eine Zeitlang noch normal reden und sich bewegen. Manchen Betroffenen wird ganz plötzlich übel und schwindelig. Auch Enthemmung und vermehrter Redefluss können Symptome sein. Die Selbstbeherrschung nimmt ab, leichte Willenlosigkeit tritt auf. Dieser Zustand wird von den Tätern oft genutzt, um die Opfer an einen anderen Ort zu bringen.

Bei einer höheren Dosis wirken die Substanzen dann einschläfernd bis hin zu tiefer Bewusstlosigkeit oder einem komaartigen Zustand, der auch lebensbedrohlich sein kann. Besonders gefährlich ist der Mischkonsum von K.o.-Tropfen und Alkohol. Hierbei besteht die Gefahr einer Atemlähmung.

Wenn die Opfer eingeschlafen oder bewusstlos sind, kommen sie erst nach Stunden wieder zu sich. Beim Aufwachen fühlen sich die Betroffenen oft extrem "verkatert", völlig matt und stehen immer noch neben sich. Die Opfer können sich gar nicht oder nur bruchstückhaft an das Geschehene erinnern.                     

In fast allen Fällen berichten viele von einem Blackout oder totalen Filmriss.

Übergriffe unter dem Einfluss von K.o.-Drogen sind Verbrechen und allein die Täter sind dafür verantwortlich!

Wie kann ich mich schützen?
  • Offene Getränke niemals unbeaufsichtigt lassen! Getränke an der Bar selbst bestellen und selbst entgegennehmen. Getränke von Unbekannten nur in verschlossenen Originalflaschen annehmen.
  • Freunde sollten gegenseitig aufeinander achten und ihre Getränke im Auge behalten.
  • Besondere Vorsicht ist geboten, wenn einem Freund, einer Freundin plötzlich übel, schwindelig oder schlecht wird oder sich Unbekannte um sie kümmern oder aus dem Raum führen wollen. Das gleiche gilt, wenn du ohne Grund auf einmal völlig enthemmt oder extrem euphorisiert bist. Sprich deine Freunde an und bitte sie um Hilfe.
  • Wenn du Hilfe brauchst und allein unterwegs bist, wende dich an das Personal. Geh immer dorthin, wo auch andere Menschen sind.
  • Wenn du mit Freunden ausgehst, dann geht auch gemeinsam wieder nach Hause. Passt auf der Party aufeinander auf und verliert euch nicht aus den Augen.
  • Ruf im Zweifel die Polizei oder den Notarzt an.



Was tun, wenn es passiert ist?
Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn eine Freundin/ ein Freund oder eine andere Person nicht ansprechbar oder bewusstlos ist, sofort einen Notarzt (Tel.112) alarmieren. Atmung und Puls kontrollieren, bei Bedarf stabile Seitenlage. Bei Atem- oder Herzstillstand: Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen, bis der Notarzt da ist. Es besteht möglicherweise Lebensgefahr.
  • Bei Gewalttaten: Zögere nicht die Polizei zu  rufen (Tel.101), sie kann zur Beweisaufnahme eine sofortige Untersuchung in einem Krankenhaus veranlassen. Die Notrufnummern funktionieren auch wenn dein Handy kein Guthaben mehr hat.
  • Da diese Drogen bis maximal 12 Stunden nach Einnahme nachweisbar sind, ist es sinnvoll, Urin in einem sauberen Glas kühl aufzubewahren, um es später untersuchen zu lassen. Durch diese Methode kann man den Täter jedoch nicht identifizieren!
  • Wenn Verletzungen vorliegen, ein Krankenhaus/ einen Arzt aufsuchen, um die Verletzungen behandeln und dokumentieren zu lassen.
  • Wenn Symptome wie Panik, Ängste, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Unfähigkeit sich zu konzentrieren, Übelkeit, Ekel, Misstrauen etc. auftreten: Hilfe bei einer Beratungsstelle (SPZ) oder bei einem Arzt/ einer Ärztin suchen.

 

Weitere Infos:

Akt. 10/2016

 

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